Schnelles arbeiten mit Lightroom

Anhand dieses Artikels möchte ich meine persönliche Arbeitsweise zeigen in Lightroom, die nach einem Hochzeitsshooting anfallen.

Da bekanntlich ja Zeit Geld ist und zumindest in meinem Fall ich die Kunden nicht so lange warten lassen möchte, habe ich mir in Lightroom folgenden Workflow zu Nutze gemacht.

Vorab ein paar nützliche Dinge zum Shooting selbst. Ich persönlich arbeite mit zwei Kameras gleichzeitig, eine ist mit einem 55 – 200 mm Objektiv bestückt und die zweite mit einem 18 – 50 mm Objektiv. Das hat den Vorteil, nicht ständig die Objektive tauschen zu müssen.
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Lightroom

 Der Weißabgleich beider Kameras habe ich auf  „Auto“ gestellt, da ich im RAW Format fotografiere und den Weißabgleich später in Lightroom bewerkstellige.
Die Belichtungsmessung ist auf Matrix, oder je nach Situation auch auf Mittenbetont. ISO je nach Situation bis ISO 100 bis1600, das entrauschen in Lightroom geht wunderbar. Des Weiteren habe ich die Serienbildfunktion an, um wichtige Bilder sicher im Kasten zu haben. Autofocus: AI Focus. Das sind meine Einstellungen für die Kameras. Ach ja, noch ein kleiner Tipp: Man sollte die Systemzeit der Kameras aufeinander abgleichen.
Zu meiner Vorgehensweise bei Lightroom Wenn’s mal schnell gehen soll und die Qualität trotzdem stimmen soll:

Als erstes steht der Import der Bilder an. Dazu habe ich mir mein persönliches Preset erstellt und in Lightroom abgespeichert, so wird der Weißabgleich und andere Parameter gleich auf die zu importierenden Daten übernommen. Die lass ich über Lightroom laufen, die Ordner für das jeweilige Shooting habe ich vorab schon angelegt. Das importieren der Bilder mach ich direkt über die Kameras, da es für mich die schnellste Lösung derzeit darstellt, da mein interner Kartenleser nicht sonderlich schnell arbeitet 🙁 Dabei mach ich gleich eine Kopie auf eine externe Festplatte, man weiß ja nie.

Dann geht es ans aussortieren: Ist zwar ein wenig mühselig, aber was soll ich Bilddaten bearbeiten, die verwackelt sind, oder andere gravierende Bildfehler haben, z.B.: wenn der Autofokus nicht gesessen hat oder mal wieder jemand ins Bild gesprungen ist, was leider sehr häufig vorkommt, aber das ist eine anderes Thema, zu dem ich mal ein paar Zeilen in meinem Blog los werden muss. Zum selektieren nehme ich nur die Shortcuts „P =markiert“ und „X = abgelehnt“.

Es gibt noch andere Verfahren in Lightroom, aber ich lösche anschließend die abgelehnten Fotos direkt vom Datenträger, habe ja ne Kopie auf der externen Platte, wenn ich mal zu übereifrig sein sollte. Für mich hat es den Vorteil, daß der Katalogbestand in Lightroom nicht übermäßig anwächst und somit Lightroom nicht all zu langsam wird. Habe daher auch für jedes Jahr ein extra Katalog angelegt.

Nun zur Löschung der abgelehnten Daten: Ich nutze dazu die Tastenkobination STRG + Rückstelltaste, danach kommt ein Popup Fenster: lr_01

dort hat man dann die Wahl die Daten zu entfernen, (Daten bleiben im Ordner erhalten, oder man löscht sie vom Datenträger. In meinem Fall wähle ich die Variante „Vom Datenträger löschen“ Warum sollen Bilder im Ordner und in der Datenbank bleiben, die ich eh nicht an meine Kunden raus gebe, also weg damit, zur Not habe ich noch eine Sicherungskopie auf der externen Platte und auf den Speicherkarten der Kamera.

Nun zur weiteren Ver- und Bearbeitung der restlichen Bilder: Zuerst bleib ich  in der Bibliothek von Lightroom. Dort mach ich mir die Filterfunktion von

Lightroom zu nutze:
Dort sortiere ich erstmal nach den Objektiven, die ich verwendet habe. Dann wechsle ich in den Entwicklungsmodus von LR und markiere alle Bilder unten im Bildstreifen und wende unter Objektivkorrekturen die Einstellungen: Häkchen für Profilkorrekturen ein, Einrichten: Benutzerdefiniert und suche mir im Dropdownfeld das passende Objektiv raus. Ferner wechsle ich dann auf Manuell und wähle unter Rand entfernen: „alle Ränder“. Somit habe ich schon mal auf alle Bilder gleichzeitig alle Bildstörungen bedingt durch das Objektiv schon mal minimiert, vorausgesetzt, man hat den Button „synchronisieren“ auf „autom. synchr.“ umgestellt.

Umschalten lässt sich das Anhand des kleinen Kästchens links neben der Schaltfläche.
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Das hat den entscheidenden Vorteil, das alle Einstellungen auf alle Bilder simultan vorgenommen werden, z.B.: Weißabgleich, Kamerakalibrierung etc.

Diese Schritte wiederhole ich auf alle andere Objektive, die ich zum Shooting verwendet habe.

Der nächste Schritt ist die Kamerakalibrierung: Ich finde die Voreinstellung von LR in der Kamerakalibrierung nicht sehr vorteilhaft und wechsle diese unter Profil auf  „Camera neutral“ diese Einstellung wende ich auf sämtliche Bilder an, natürlich müssen diese vorher markiert sein.

Dann kommt der Weißabgleich erstmal auf automatisch, dann nehme ich auf alle Bilder noch nach Geschmack ein wenig die Sättigung raus und den Regler „Klarheit“ stell ich auf etwa +10 bis +15 ein. Dann kommt der Kontrast, den ich auch auf alle Bilder ein wenig anhebe bis es in etwa passt.

Dann werden alle Bilder in der Bibliothek nach ISO Werte gefiltert und im enwickeln Modus leicht entrauscht, je nach ISO Wert mehr oder weniger.

Das waren erstmal pauschal die Grundeinstellungen.

Im nächsten Schritt kommt dann das Feintuning des Weißabgleichs. Man kann dank des Biblithekenfilter in Lightroom auch nach  Blitzatribut die Bilder filtern, genau die nehme ich als nächstes und pass den Weißabgleich an. Erst alle und dann nach Bedarf noch einzelnen Bilder.

Dann kommen alle anderen Bilder, die man in Gruppen markieren kann. Ich gehe wie folgt dann vor, ich nehme als erstes alle Bilder, die in geschlossenen Räumen aufgenommen worden sind, markiere diese und pass den Weißabgleich in einem Rutsch an. Dann die Außenaufnahmen das gleiche Spiel.

Als nächsten Schritt kommt die Belichtung dran, das geht natürlich nicht in einem Rutsch, da muss man jedes Bild einzeln bearbeiten Schritt für Schritt.
Aber das geht mit folgendem Trick recht zügig und lässt sich über die Tastatur schnell bewerkstelligen.

Dazu fährt man mit der Maus in den Grundeinstellungen über den Regler „Belichtung“ und zwar rechts neben den Slider auf den numerischen Wert, wenn die Maus richtig platziert ist, dann wird der Schriftzug weiß aufleuchten. Die Maus sollte nun an dieser Stelle verweilen (geht auch mit allen anderen Einstellungen und Reglern im entwickeln Modus). Nun kommen die Pfeilsteuertasten der Tastatur zum tragen: Die Pfeiltasten „rechts“ und „links“ rücken zum nächsten oder vorherigen Bild und die Pfeiltasten „hoch“ und „runter“ verändern die jeweils angewählten Regler, in diesen Fall den Belichtungsregler. Somit ist ein zügiges arbeiten möglich.

Vor dem Export geht man dann noch mal alle Bilder einzeln durch und verändert nach Bedarf noch den Anschnitt oder die Aufhellung oder die Wiederherstellung.

Zum Schluss werden dann die Bilder exportiert, beim Export werden dann auch alle Bilder noch nachgeschärft.

Das ist meine persönliche Vorgehensweise, wenn es mal wieder schneller gehen soll. Es ist eine enorme Zeitersparnis, wenn man sich die vielen Funktionen in Lightroom zu nutze macht, dann wie man schon sagt: „Zeit ist Geld“

Für Anregungen und Kommentare würde ich mich freuen. In diesem Sinne, viel Spaß beim ausprobieren.

Nachtrag: Mittlerweile habe ich meinen Workflow ein wenig angepasst und effizienter gestaltet.
Ich arbeite nun mit dem Color CheckR und mit angepassten Kamera Profilen. Aber dazu später mehr…

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