Warum sind Hochzeitsfotografen so teuer?

Warum sind Hochzeitsfotografen so teuer?

  • Was passiert eigentlich nach einer Hochzeitsreportage,
    werden Sie sich nun fragen.
  • Und warum sind Hochzeitsfotografen so teuer?
  • Warum muss man nach einem Shooting in der Regel 1 bis 2 Wochen auf seine Bilder warten?

Mit diesem kleinen Beitrag möchte ich ein wenig Klarheit schaffen.


Fangen wir mal mit der ersten Frage an:

  • Als erstes müssen nach dem Shooting die Daten (RAW Dateien) dreifach gesichert werden. Zum einem auf interne Festplatte, die zweite kommt auf eine externe Platte und zu guter letzt wird eine DVD gebrannt und gleich eingelagert. Zeitaufwand ca.: für eine 3 h. Reportage etwa 30 Minuten.
  • Dann kommt Adobe Lightroom ins Spiel, dort werden die Bilddaten dann importiert, das kann je nach Datenmenge bis zu 40 Minuten dauern.

  • Nach dem Import werden als erstes die Bilder durchgesehen, alle verwackelten, oder Fehlbelichteten Aufnahmen werden gelöscht.
  • Dann kommt eine zweite Durchsicht, um wirklich nur die besten Bilder an den Kunden abliefern zu können.
  • Als nächstes liegt dann die Optimierung der Rohdaten an:
  1. Weißabgleich
  2. Belichtung
  3. Farbe
  4. Sättigung
  5. Objektivkorrekturen (Vignettierungen, Chromatische Abartionen etc.)
  6. Bildrauschen
  7. Kontrast
  8. Helligkeit

  • Nach einer weiteren Durchsicht und div. Feinkorrekturen kommt noch der Beschnitt.
  • Export der Rohdaten in das JPG Format
  • Danach werden die JPG Daten noch geschärft über Adobe Photoshop mittels Plug In

Wenn man von einer Datenmenge von ca.: 450 Bilder (3 h. Reportage) ausgeht und pro Bild ca.: 2 Minuten berechnet (das durchaus auch 5 bis 10 min. dauern kann) Dann kommt man auf ca.: 900 min. also 15 h. Selbst wenn man das in der Hälfte der Zeit bewerkstelligt, also pro Bild nur eine Minute berechnet, kommt man immer noch auf 7,5 h. Legt man einen Stundensatz von nur 19,90 zugrunde, dann kommt man locker bei einer Hochzeitsreportage (3 h:) auf 149,25 € zuzüglich des Fotografenhonorars. Bei einem Stundenhonorar von 90 € und ein Stundensatz von 19,90 € für die Postproduktion kommt man auf 429,25 € zuzüglich Fahrkosten. Viele Kollegen haben einen Stundensatz für die Postproduktion von 90 € und mehr…


Bei einer 8 h. Reportage kommen locker mal 1200 bis 1800 Bilder zusammen, die dann auch entsprechend bearbeitet und langzeitarchivert werden müssen.

Viele Kollegen haben noch ein Studio mit dran hängen, (Miete, Strom, Studioausstatung, Verbrauchsmaterial etc.) das muss in einer Preiskalkulation auch mit einfließen.

Dann kommen die Unternehmenskosten, wie z.B.: Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Handwerkskammer, Reparaturen, Kameratechnik, Flyer, Werbung, Internetauftritt, Speichermedien, Fahrkosten und so weiter und sofort….

Sie werden jetzt vielleicht denken, „Meine Brötchen sind doch aber nicht so teuer“
Das mag durchaus möglich sein, aber man muss auch Angebot und Nachfrage berücksichtigen, denn Lebensmittel werden tagtäglich benötigt, aber ein Hochzeitsfotograf hat natürlich nicht so eine Auslastung wie ein Discounter oder aber auch der Bäcker. Beim Fotografen gibt es auch mal Durststrecken, wie z.B.: die Wintermonate, oder aber auch im Sommer gibt es das so genannte „Sommerloch“ Ich sage nur „Ferienzeit“ Da muss dann der Fotograf für diese Perioden, wo keine oder nur sehr wenige Einnahmen fließen vorsorgen und Rücklagen bilden, da die monatlichen Unkosten natürlich weiter zu begleichen sind.


Mit diesem kleinen Beitrag hoffe ich ein wenig Licht in das Kapitel gebracht zu haben.

Nun wissen Sie, warum Fotografen so teuer sind, aber wenn man mal gegen rechnet bleibt auch nicht so viel hängen von einem Stundensatz von 90 €.

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